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Habe heute erfahren, daß die Gefahr besteht, daß mein Mutterhaus aufgrund alberner Familienstreitigkeiten verkauft wird. Entgegen mancher Erwartungen renne ich nicht hysterisch schreiend und mit den Armen wedelnd durch die Wohnung. Das Leben besteht schließlich aus Veränderungen. Bin nur ein bißchen traurig, schließlich konnte ich mir immer sagen, daß ich zurück in mein altes Zimmer gehe wenn alles doch nicht klappen sollte. Meine Besuche in der Heimat werden sich sicherlich verringern. ... Ich will kein Mieterkind sein! Welch sozialer Abstieg!
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Ganz ehrlich gesagt ist es eher unwahrscheinlich, daß mir der (Rück-)Sprung ins Berufsleben so einfach wie früher gelingen wird. Noch ehrlicher gesagt, weiß ich schon lange nicht mehr, ob ich wieder ganz klassisch für ein IT-Unternehmen Vollzeit arbeiten will. Schon vor der Schwangerschaft habe ich bisweilen Leute bewundert, die sich und ihre Familie auch ohne Festanstellung, teilweise sogar ohne Berufsausbildung, durch alle möglichen Jobs über Wasser können. Nicht, daß ich unbedingt auf dem Bau arbeiten will, aber es beruhigt mich ein wenig, zu wissen, daß es auch Wege außerhalb des Klassischen (Renomierfirma - Aktiensturz - Aufhebungsvertrag) gibt.
Wenn es mich ab und an überkommt wieder arbeiten zu wollen, schaue ich mir beim Spazierengehen Firmenschilder an und stelle mir vor, wie es ist dort zu arbeiten. Nachdem sich die nächstgelegene IT-Firma als Bodyleaser herausgestellt hat, kam ich an einer alternativen Buchhandlung nur für Frauen vorbei. "Mh", dacht ich mir, "Bücher verkaufen. Eigentlich nicht meine Baustelle, aber bestimmt nett...! Eine Frau bin ich auch... Außerdem haben die bestimmt noch keine Website.". Nächsten mal hing ein Veranstaltungshinweis im Fenster. Das Thema des literarischen Abends sprach mich an und so eiste ich mich zu Hause frei und stapfte so alternativ wie möglich gewandet dorthin. Aufgrund meiner Haarlänge entsprach ich trotzdem nicht dem Durchschnitt aber die Damen gebärdeten sich recht umgänglich. Nach der Lesung traute ich mich nach einigen Minuten des Ringens doch in den Pulk der Insider, mit dem Vorwand, meine Adresse in eine Liste einzutragen. Dann passierte es: Nach drei Sätzen bot man mir einen (leider) ehrenamtlichen Job im Buchladen, nach zwei weiteren Sätzen die Arbeit an der bereits existierenden Website an. Bingo. Daran gedacht und schon ist es Realität. So was ist mir spätestens seit Anfang des Studiums nicht mehr passiert. Genaugenommen nicht mehr, seitdem ich angefangen habe, Entscheidungen durch Abwägen und objektive Gesichtspunkte anstatt mit dem Bauch zu treffen. Ich habe tatsächlich angeboten, mir zumindest die IT-Probleme mal anzusehen. Ich!? Aber wer weiß wofürs gut ist.
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... daß die Stimme, die zu mir spricht, wenn ich etwas falsch gemacht habe oder eine Entscheidung treffen muß, nicht mehr länger einer realen Person (Eltern etc.) zuzuordnen ist. Entweder habe ich endlich ein Erwachsenen-Ich, oder mein Freund Harvey hat das Kommando übernommen ;-).
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