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[Geschichten vom 24.11.05]
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[Back in K-Town ]
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Ich bin seit einer Woche mal wieder zu Besuch in Kaiserslautern. Bisher habe ich noch nichts wirklich Spannendes oder Merkwürdiges erlebt, vielleicht wird sich das übers Wochenende ändern, da mag ich nämlich mal wieder ausgehen. Vielleicht mal wieder ins Wladi (dessen Webadmin, das Hypersensibelchen, wegen drei lustig gemeinten Kommentaren die Website komplett gekippt hat) oder in den Benderhof, dessen Website in den Händen öder Ersti-Nerds gelandet ist, die inzwischen vermutlich schon promoviert haben.
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| erstellt um 23:22 |
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[Der Schrecken des Einzelhandels ]
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Ich habe ja wirklich ein äuÃerst gespaltenes Verhältnis zu Verkäuferinnen. Das mag in erster Linie daran liegen, daà meine Mutter in diesem Bereich tätig war und beim Mittagessen regelmäÃig über ihre Kunden hergezogen ist. Damit man nicht über mich herzieht, möchte ich beim Einkaufen möglichst nicht auffallen. Ich kaufe z.B. in erster Linie beim Discounter, damit ich mich beim persönlichen Kontakt mit den Damen hinter der Fleisch/Wurst/Bäckereitheke oder am Marktstand nicht blamiere.
Besonders entnervt war meine Mutter von Seniorinnen, die zu lange im Geldbeutel wühlen. Bei der Währungsumstellung sah ich mich mit kiloweise D-Mark konfrontiert weil ich deswegen bei Humankontakt grundsätzlich nur mit Scheinen bezahlt habe. Münzen gab es nur für Automaten (Automaten sind sowieso klasse). Ausgerechnet meine Mutter gab mir dann Tips, um Münzgeld an der Kasse halbwegs zügig bereitzuhalten (a) mitrechnen, b) ein wenig Kupfer und kleine Münzen vor dem Bezahlen in die Hand nehmen und zumindest die letzte Stelle des Betrages schnell zusammensuchen. Nur doof, daà man mit Münzen in der Hand s schlecht wiedereinräumen kann).
Wenn mich jemand bei schlichten Bummeln anspricht, würde ich am liebsten reflexartig den Laden verlassen, vor meinem inneren Auge sehe ich mich in diesem Moment in ein mehrstündiges Verkaufsgespräch verwickelt, weil es mir peinlich ist, zu sagen, daà ich mir nichts von Alldem wirklich leisten kann und will. Diesen Reflex konnte ich inzwischen durch ein schnarrendes âNein, ichschaunurâ ersetzen. Besonders übel ist es immer in der Kosmetikabteilung oder beim Anprobieren. Da steht den Verkäuferinnen doch âSo wie die aussieht, klaut die bestimmtâ ins Gesicht geschrieben. Zum Glück gibt es H&M mit seinen herrlich desinteressierten Aushilfen.
Ganz anders sieht es allerdings aus, wenn ich mir dann endlich mal vornehme, richtig viel Geld auszugeben. Dann möchte ich gefälligst ausführlich beraten und umworben werden. So lange es begründet und/oder charmant vorgetragen wird, lasse ich dann mir sogar etwas Teureres oder Zusätzliches aufschwatzen. Letztens war wieder so ein Moment: wir wollten mit von meinem Geld etwas für die Kleine kaufen. Da ich niemanden kenne, der so ein Teil loswerden will, zu faul für Ebay und zu soziophob für die Gebrauchtwarenseite bin, kam nur Neuware in Frage. Der Startschuà fiel, als ein Händler das von mir anvisierte Modell 20 Euro unter dem mir bekannten Preis von 160 Euro anbot. Dort angekommen schleifte mein diesbezüglich soziophiles Schnuffi augeblicklich eine Fachkraft aus irgendeiner Ecke bei. Bei deren lustlosen Aus- und Vorführungen stellten wir fest, daà es zwar Varianten gibt, die bis zu 30 Euro billiger, aber häÃlich und schlecht zu reinigen sind. Das von uns favorisierte Modell war jedoch 9 Euro teurer als der Normalpreis. Was ich in diesem Moment gebraucht hätte, wäre ein versierter, aufdringlicher Schwätzer, der mir meine innerlich getroffene Entscheidung für das teure Modell schönredet (âIch empfehle ihnen wirklich das Modell XY [blabla]. Zu dieser Wahl kann man ihnen gratulierenâ). Stattdessen drehte sich die Person angewidert von meiner Unentschlossenheit mit dem Spruch âSuchen sie etwas, oder wollen sie auch nur ratschen?â zu anderen Kunden um. Als mein Schnuffi den Fehler machte, mich zu fragen, wieso ich auf der Stelle den Laden verlassen wollte, brüllte ich alle Gedanken, die mir durch den Kopf schossen heraus. Darunter waren so Sachen wie: âfür den Preis kriege ich das auch wo anders, wo ich freundlich bedient werde. Wenn wir das schon kaufen wollen, dann schleppst Du das zur Theke, damit diese Person keine Verkaufprämie bekommt!â.
Im nächsten Markt hatten wir genau ein Modell zur Auswahl, das auch noch 50 Euro mehr kostete. Mir schwante Ãbles. Ein Kontrollanruf über meine Mutter bestätigte meine Vermutung: Zu dem Preis gibt es diese Variante nirgendwo sonst. Mist. Trotzdem blieb ich hart (nach der Szene hatte ich auch keine andere Wahl). Abends tat mir die Frau richtig Leid ⦠Die macht da doch nur ihren Job. Wie soll die meine schrägen Probleme und Wünsche erkennen? Eigentlich hatte ich mich ganz schön zickig und peinlich benommen. Andererseits hat sie jetzt wenigstens einen ECHTEN Grund bei ihrer Familie über mich herzuziehen.
Meine Befürchtung, daà ich wo anders so richtig viel mehr bezahlen muÃ, hat sich übrigens nur halb bewahrheitet: Erstens fiel meiner Mutter ein, daà sie mir versprochen hatte, uns so ein Teil zu schenken und zweitens hat sich die Kassiererin um 40 Euro zu unseren Gunsten verrechnet. Murphy wie ich ihn mag ;-)
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| erstellt um 21:32 |
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[Geschichten vom 18.11.05]
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[Astrologie, Numerologie - Homöopathie? ]
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Ich bin ein Phosphor - Typ! Die wissen sogar, auf welcher Seite ich gerne liege ....
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| erstellt um 00:21 |
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[Bücherkaufrausch ]
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Als mich die Schwestern in Erlangen für eine Stunde rausgeschickt haben (die dachten echt, daß eine Betäubung bei MEINER Tochter so lang wirkt), hatte ich richtig Lust auf Shoppen. Leider ist die Fußgängerzone Erlangens überraschend lang und die richtig interessanten Sachen wie H&M relativ weit weg von Uni und Kinderklinik, sodaß mir im gegebenen Zeitrahmen nur die Wahl zwischen Hallhuber und Thalia Buchhandlung blieb. Zu meiner eigenen Überraschung endete mein Bummel mit folgender Beute:
1. Dorfpunks von Rocko Schamoni 2. Herr Lehmann von Sven Regener als Taschenbuch (den Film kenne ich nicht, Neue Vahr Süd habe ich schon) 3. Fleisch ist mein Gemüse von Heinz Strunk 4. Homöopathie von Dr. Andrew Lockie und Dr. Nicola Geddes
Das erste Buch habe ich zum Großteil gelesen. Eigentlich ist es ziemlich witzig und macht einen recht ehrlichen Eindruck. Auf die Dauer nerven die Beschreibungen von Gewalt gegen sich selbst, andere Menschen und Dinge dann aber doch ein wenig. In Kombination mit Verschwende Deine Jugend gelesen macht es doppelt so viel Spaß. In Letzterem wundern sich die Düsseldorfer Stadtpunks z.B. über das merkwürdige Landvolk, das nicht erkennt, daß die Sicherheitsnadeln im Gesicht ihrerIdole nur lose eingehängte sind, während in Ersterem detailliert das Stechen ebendieser Nadeln durch die Backe beschrieben wird. Rocko Schamoni schreibt des Weiteren über Alfred Hilsberg, der von Teipel interviewt wird und vergleicht seine Dorfdisco mit dem Ratinger Hof.
Wenn ich die ersten drei Bücher durchhabe, kann man mich vermutlich mit maskulinen nordischen (post-)pupertären Musikerschwänken aus den 80ern jagen. Ob meine Generation in ein paar Jahren ihre Knutschereien und Drogenerlebnisse zu Grungesound auch flächendeckend publiziert?
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| erstellt um 00:08 |
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[Geschichten vom 14.11.05]
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[Geschafft! ]
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Gerade habe ich erfahren, daà die etwa gleichaltrige Tochter eines ehemaligen Mitbewohners an Morbus Crohn leidet und deswegen 5 Wochen im Krankenhaus war. Es geht wirklich schlimmer. Unser Püppchen wurde am Freitag als "schnellster Fallot aller Zeiten" aus der Klinik entlassen. Wenn jetzt nicht noch Komplikationen auftreten, haben wir endlich mal Glück gehabt ;-)))) Die Schwestern waren (bis auf die Oberschwester mit der Heul- und Jammernummer) wie erwartet diplomatischer und besser erzogen als ihre Kaiserslautrer Pendante ("Packe se moo ihr Bruscht doo weg"), nur der Professor kam aus Kaiserslautern und hatte daher bisweilen nichts Besseres zu tun, als mich lautstark auf mir bekannte Schwächen hinzuweisen. Meiner Reaktion darauf hatten wir es dann aber zu verdanken, daà wir auf seine Anordnung hin früher mit der Kleinen spazierengehen durften, als die Schwestern das zugelassen hätten ("Damit die Frau Wanderbeule an die frische Luft kommt"). Bisweilen hat es auch Vorteile, unerträglich zu sein. Ich glaube ja immer noch, daà auch der frühe Entlassungstermin damit zusammenhängt ;-))).
Was die Uniklinik in Erlangen noch vom Westpfalzklinikum unterscheidet, ist die Einrichtung eines Elternspeisebereichs. Natürlich profitiert das Klinikpersonal davon, daà die nervigen Eltern sie nicht auch noch beim Essen bequatschen. Aber die Eltern müssen sich in einem abgetrennten Bereich nicht lange überlegen, ob es sich bei dem Gegenüber um eine Krankenschwester in Zivil, oder eine Mutter handelt und kommen schnell ins Gespräch. In Kaiserslautern litten die Eltern still vor sich hin. Leider gibt es in Erlangen zumindest auf der Herzstation kein Rooming in. Glücklicherweise hat unsere Kleine das überraschend gut verkraftet. Manchmal hatte ich den Eindruck, daà die Krankenschwestern mitgenommener waren als sie. Selbst schuld, ich war nur zwei Stockwerke höher und sie hätten mich jederzeit rufen können. Dazu waren sie wohl zu stolz.
So, genug von der Realität. Ab jetzt wieder nur noch SpaÃiges.
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| erstellt um 00:08 |
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